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blog:2005:rueckblick_jwps

Rückblick JWPS

Vom 28.10. bis 6.11.2005 war ich bei der Jungen Waldorf Philharmonie Süddeutschland. Nachfolgend nun ein Rückblick auf diese schönen und zugleich stressigen zehn Tage.

Nach der Ankunft gab es erst einmal eine Schulführung durch den Saalbau, in dem auch die Schlafräume lagen, gegenüber den Klassenbau, in dem die (einzel-) Probenräume lagen und die Sporthalle ganz am Ende des Geländes, in der die Duschen sind. Dazwischen befindet sich eine Wiese mit einigen Bäumen.

Danach gab es Mittagessen, dieses war immer sehr gut. Nach dem Essen konnten wir die Zimmer beziehen und unsere Luftmatratzen und Iso-Matten ausbreiten. Weiter ging es mit einer Tutti-Probe, allerdings mit einem anderen Dirigenten, sozusagen einem Ersatz-Diregenten, da Herr Geiger, der eigentliche Dirigent, erst am Montag Nachmittag da war.

Abends gab es dann verschiedene Spiele zum Kennenlernen, so mussten wir uns z.B. im Kreis nach Namen sortiert aufstellen oder eine Art Landkarte machen. Das größte war dann, dass jeder 3 Hobbies nennen musste, wovon eines nicht stimmt und die anderen rieten, welches dies ist. Ein Junge, der gerne mit seiner Mutter shoppen geht? 20 Bienenvölker? Eine Frisbie-AG? Stimmt das? Ja, es gab tatsächlich welche mit den genannten Hobbies!

Von Samstag bis Montag morgen gab es dann jeden Tag 6 Stunden Stimmproben, d.h. bei mir Holzbläser. Dazu dann noch die Zeit, die man (individuell unterschiedlich) mit zusätzlichen Proben verbrachte. Montag Nachmittag gab es dann eine Tutti-Bläser und Abends eine Tutti-Streicher-Probe mit Herrn Geiger. Von Dienstag bis Freitag waren dann jeden Tag ca. 7 Stunden Tutti-Probe, am Freitag allerdings etwas weniger. Samstag morgen fuhren wir dann mit 2 Bussen nach Ulm, wo wir wieder Mittagessen mit unserem eigenen Koch hatten und Abends das Konzert war, nach dem wir dann wieder zurück fuhren. Am Sonntag nach dem Essen fuhren wir nach Stuttgart zur Liederhalle, wo dann um 17 Uhr das endgültige Konzert war.

Soweit im Schnelldurchlauf, jetzt werde ich nochmal im Detail auf die einzelnen Sachen eingehen.

Das Abendprogramm

An den Abenden gab es zwischen 2 und 3 Stunden Abendprogramm mit wechselnden Angeboten sowie der Möglichkeit, in der Sporthalle Sport zu treiben. Am Samstag gab es dann, nachdem es am Freitag den Kennlern-Abend gab, eine Haus-Rally. Hier gab es in den beiden Gebäuden verteilt ca. 40 Aufgabenzettel, die in einer kleinen Gruppe (ca. 5 Personen) bearbeitet werden mussten. Ob man nun beantworten musste, wieviel der Kulli am Anfang kostete (30, 45 oder 50 Mark?) oder einen Ausdruckstanz zu Lemontree von Fools Garden machen musste, es war auf jeden Fall ein sehr lustiger Abend, auch wenn zumindest meine Gruppe nicht mit allen Aufgaben fertig wurde, obwohl wir am Schluss nicht mehr auf die Reihenfolge der Aufgaben achten mussten.

Am Sonntag Abend wurde dann der Saal geräumt und die Musikanlage aufgestellt, es wurde zum Tanz aufgefordert. Am Montag ging es weniger bewegt zu, es wurde auf einer großen Leinwand mit Beamer ein Film gezeigt, während wir auf Iso-Matten, Stühlen oder auf dem Boden saßen oder lagen. Am Dienstag, zur Halbzeit, wurde dann geheimnisvoll eine tolle Cocktailbar enthüllt und es wurde auch noch einmal ein wenig getanzt. Mittwoch Abend gab es dann wieder einen Film, diesmal stand “Die fetten Jahre sind vorbei” auf dem Programm. Am Donnerstag gab es noch einmal einen Film im kleinen Rahmen, das Hauptprogramm war, sich auf den Bunten Abend am Freitag vorzubereiten, an diesem sollte jeder etwas kleines oder großes präsentieren. Ob es nun ein Musikstück war, eine mini “Theatervorstellung” (zu zweit), eine Jongliernummer wie ich sie machte oder einige Märchen, die erzählt wurden, es war auf jeden Fall ein sehr gelungener Abend!

Nach diesen Abenden ging es dann mehr oder weniger zeitig ins Bett, d.h. es war meist so zwischen 23 Uhr und 2 Uhr, wobei ich eher zu den frühen gehörte. Morgens ging es dann so um 8 Uhr aus dem Bett und es gab dann meist bis halb zehn Frühstück, um diese Uhrzeit begann allerdings auch schon die erste Probe.

Die Proben

Die Proben waren allesamt sehr konzentriert, die Stimmproben wurden meist als sehr ernst, fast zu ernst, aber sehr produktiv empfunden.

Ich hatte etwas Probleme mit den Stücken, da viele Stellen solistisch sind bzw. zumindest sehr gut hörbar sind, so dass ich mich in keinem Fall wie die Streicher einfach irgendwie durchmogeln konnte. Erschwerend kam hinzu, dass das 1. Fagott (ich war 2.) erst am Dienstag kam. Schließlich kam dann am Donnerstag kurzfristig organisiert noch eine 3. Fagott-Spielerin, die meine Stimme mitspielte, so dass ich die Solo-Stellen nicht mehr mitspielen musste. Danach wurde das ganze für mich dann auch wieder etwas entspannter.

Zwischen den Proben wurde weiter fleißig geprobt, in der Mittagspause, die meist von ca. 12:30 bis 15:30 ging, waren meist alle Probenräume pausenlos belegt.

Das Drumherum

Einige Schüler hatten wie ich eine Schullektüre dabei, bei mir war es der Parzival, andere hatten z.B. das Nibelungenlied dabei.

Es gab auch ein “Info- und Fun-Magazin”, in dem wir, die von der Außenwelt abgeschnitten waren, über das wichtigste in der Welt kurz informiert wurden und außerdem die Möglichkeit bestand, Artikel zu veröffentlichen, die ich auch warnahm. Alle Orga-Team-Mitglieder wurden außerdem vorgestellt und es gab immer ein paar Witze. Auch ein Interview mit dem Koch und mit dem Dirigenten fehlte nicht.

Ach ja, eines hätte ich fast vergessen: Morgens wurde immer mit Musik geweckt und anscheinend meinten einige vom Orga-Team in der zweiten Nacht, sie müssten die Musikanlage mal testen… Jedenfalls war in mehreren Schlafräumen plötzlich Geschrei wie wenn jemand umgebracht wurde und noch ein wenig passende Musik zu hören, davor ging die Tür einen Spalt auf, danach wieder zu… Einige standen wohl senkrecht im Bett mit Herzklopfen, andere wie ich schliefen tief und fest. Am nächsten Morgen die vom Orga-Team: “Wir waren das nicht!” Naja, wenn am Abend die Musikanlage noch in ihrem Zimmer stand und es von einigen leichte Andeutung gab, werden sie es wohl gewesen sein.

Joa, so viel zum Rahmenprogramm. Nun ging es also immer mehr auf die Konzerte zu, und mit diesen will ich weitermachen und auch abschließen.

Das Konzert in Ulm

Am Morgen ging es los, wir fuhren nach Ulm und aßen dort Mittag. Wir hatten Podeste mitgenommen, da in Ulm nicht genügend vorhanden waren. In Ulm waren aber noch weniger Podeste wie erwartet und wir hatten Befürchtungen, es würden nicht alle auf die Bühne passen. Irgendwie hat es am Ende dann aber doch geklappt und so konnten wir am Abend bei nicht vollem Saal das erste Konzert spielen. Danach wurde wieder abgebaut und es ging zurück nach Filderstadt, wo wir um 23:30 ankamen.

Das Konzert in der Liederhalle

Am Sonntag Morgen wurde gepackt und geputzt und alle trugen sich in das Gästebuch der JWPS ein.

Nun luden wir unser Gepäck und unsere Instrumente in einen Laster und fuhren mit einem Bus nach Stuttgart zur Liederhalle. Dort wurde erst einmal das Gepäck in den Aufzug geladen, dann gingen wir einige Treppen hinunter und Gänge entlang, um zu unseren Umkleiden zu finden. Kurz danach fanden wir auch den Aufzug mit unserem Gepäck. Einige verirrten sich auch und kamen bei der falschen Umkleide an (wir hatten mehrere zur Verfügung). Kurz danach ging die Anspielprobe los, die dann bis kurz vor den Saaleinlass ging, da wir etwas spät dran waren. Schließlich ging es dann los, der Saal war recht gut besetzt. Und dann war es auch schon wieder zu Ende, die Organisatoren bekamen je eine Rose überreicht. Alle packten ihre Sachen zusammen und einige wie ich gingen schon, andere (die meisten so weit ich weiß) gingen noch gemeinsam etwas essen und trinken.

Fazit

Ich fand das ganze eine sehr gelungene Woche mit einem runden Programm.

An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an die Organisatoren!

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blog/2005/rueckblick_jwps.txt · Last modified: 2010/10/30 15:41 (external edit)