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Die ersten Universitäten im Mittelalter

Referat für den Geschichtsunterricht

Das Wort „Universität“ stammt vom lateinischen Wort universitas (Gesamtheit) ab. Dies bezeichnete im Mittelalter nur die Lehrer und Schüler, die mit speziellen Rechten ausgestattet waren. Erst später wurden auch die Lehranstalten als solche, die im Mittelalter studium oder studium generale hießen, Universität genannt.

Entstehung

Im Laufe des Mittelalters entstanden in Europa rund 80 Hochschulen, die sich an die alten Kloster- und Domschulen anschlossen. Diese Hochschulen unterstanden dem Papst und waren internationale, kirchliche Institute. Erst im Laufe der Jahrhunderte wurden die Universitäten mehr und mehr von der Kirche unabhängig.

Die erste Universität wurde 1119 in Bologna gegründet, es folgten Paris (1202) und Oxford (1214). Die erste deutsche Universität war in Prag, sie wurde im Jahre 1348 eingerichtet. Die meisten Universitäten entstanden in Frankreich und Italien sowie in Spanien.

Bis zum 18. Jahrhundert konnte keine staatliche Macht in die Autorität der Universität eingreifen, sie hatten eine eigene Gerichtsbarkeit und sowohl die Lehrer als auch die Studenten waren von der Steuer und vom Kriegsdienst befreit.
Das Studium fand am Anfang nicht, wie wir es heute kennen, in speziellen Räumlichkeiten statt, sondern einfach auf den Straßen. Es wurde unter Vordächern oder in Paris in den Kreuzgängen der Kathedrale, in Italien auf freien Plätzen oder vor Kirchentüren gelehrt. Erst allmählich wurden Räume gemietet. Dort saßen dann die Studenten auf dem strohbedeckten Boden, erst im Spätmittelalter gab es Bänke oder Stühle.

Fakultäten

Ende des 12. Jahrhunderts wurden die Universitäten in entsprechende Fakultäten eingeteilt. Es gab die Theologie-, die Juristen-, die Medizin-, die Philosophie- und die Artistenfakultät. Mit letzterer hatte es etwas besonderes auf sich: Für den Eintritt in die Universität war keinerlei Schulabschluss, ja nicht einmal ein Schulbesuch überhaupt notwendig! Dafür gab es aber die Artistenfakultät, die von den neuen Studenten, „Grünschnäbel“ genannt, besucht werden musste. In ihr gab es zwei Bereiche, das Trivium und das Quadrivium. Im Trivium gab es Grammatik-, Rhetorik- und Logikunterricht. Nach drei bis acht Jahren konnte man die erste Prüfung ablegen. Hatte man diese geschafft, durfte man sich „Baccalaureus“ nennen. Danach kam das Quadrivium, dort wurden die Fächer Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie unterrichtet. Nach weiteren ca. 2 Jahren konnte man die Abschlussprüfung der Artistenfakultät ablegen, dann war man „Magister artium“. Erst jetzt konnte man das eigentliche Studium beginnen.

Z.B. das Studium der Medizin wurde dann nach ca. 5 Jahren mit dem Erhalt des Doktortitels, einer besonderen Zeremonie abgeschlossen. Doch dieser Doktortitel war nicht nur eine Frage des Wissens, sondern auch des Geldes, denn auf den obligatorischen Doktorfeiern muss der angehende Doktor sowohl das Essen und Trinken der Professoren und Kommilitonen bezahlen, als auch die Professoren, bei denen sie geprüft worden waren, und die Hausmeister ihrer Universität neu einkleiden.

Die Professoren

Die Professoren waren meist Kleriker. Bezahlt wurden sie von ihren Studenten, von denen sie sehr abhängig waren. Dies ging so weit, dass die Professoren ohne die Erlaubnis ihrer Studenten keinen Tag fehlen durften und wenn sie die Stadt verlassen wollten, mussten sie als Garantie für ihre baldige Rückkehr eine Geldsumme hinterlegen. Auch Ferien konnten nicht nach Belieben genommen werden. Und es ging noch weiter: Jeden Tag, an dem der Professor nicht mindestens 5 Studenten die Pflichtvorlesungen oder 3 Studenten die weniger formalen Vorlesungen besuchten, musste er eine Strafe zahlen, als wäre er abwesend! Weitere Strafen gab es für das unvollständige Behandeln des Stoffes. Hierfür gab es spezielle Studenten, die solche Verstöße meldeten. Die schlimmste Strafe gar verbot dem Dozenten und zuweilen auch seinen Nachkommen ganz das Unterrichten und brachte ihn so um seinen Lebensunterhalt. Doch berühmte Professoren verdienten sehr gut.

Wer studiert?

Am Anfang waren die Studenten meist Kleriker oder Söhne reicher Ratsherren. Die Söhne von Adeligen und die Mönche waren eher selten. Doch im 15. und 16. Jahrhundert stammten viele Studenten auch aus einfachen Bürgerfamilien, die so ebenfalls eine Chance auf ein hohes Amt bekamen, denn Juristen waren sehr gefragt.

Für arme, d.h. mittellose Studenten gab es Gebührenfreiheit, d.h. sie bekamen kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Dies waren teilweise bis zu 20% der Studenten.

Die Studenten waren allermeist männlich, es gab lediglich eine Universität, die medizinische Hochschule von Salerno, die auch Frauen aufnahm. Einerseits wurde den Frauen in der Regel also der Zutritt zu den Universitäten nur selten ermöglicht, andererseits wurde den heilkundigen Frauen zunehmend von den medizinischen Fakultäten, vor allem der Pariser, ihre Tätigkeit verboten. Es war der Konkurrenzneid der männlichen Ärzte gegenüber der weiblichen Volksmedizin.

Die Studenten wurden nach ihrer Herkunft in Gruppen eingeteilt. So gab es in Prag um 1378 rund 11000 Studenten, die in vier gleichberechtigte Nationen eingeteilt wurden. Zur bayrischen Nation z.B. gehörten die Schwaben, Bayern, Franken, Hessen, Rheinländer und Westfalen.

Die Studenten waren bei einem Eintritt in die Universität oft erst 10 Jahre alt, einige waren sogar noch jünger. Da die meisten Studenten die Artistenfakultät besuchten, lag das Durchschnittsalter bei 12 Jahren. Das Studium dauerte zum Teil sehr lang, da es für Studenten, die ein gesichertes Einkommen hatten, keinerlei Grund zur Eile gab und sie sich in aller Ruhe dem Studium der Wissenschaften widmen konnten. So soll es einen Nürnberger Ratsherr gegeben haben, der ganze 12 Jahre studiert hat. Ein Traum für heutige Studenten!

Literaturangaben

Diskussion

tim, 2007/01/11 18:00

Und dann, ein wenig später (15irgendwas) kam Heidelberg.

Olaf B., 2009/11/09 15:00

Bei Wikipedia stehen aber ganz andere Jahresangaben!!!
Naja grüße dich mal, tim. :-) Das war 1564

Basynix die Schattengängerin, 2010/02/28 19:26

auch ich habe in meinen büchern gewältz und sogar ein „wandelndes lexikon“ an meiner schule ausgehorcht :D
etwas abwegig von dieser variante hier.

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artikel/schule/die_ersten_universitaeten_im_mittelalter.txt · Zuletzt geändert: 2008/04/18 23:32 (Externe Bearbeitung)
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